Messbare andere Fortschritte mit Isokinator-Training?

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8 replies [Letzter Beitrag]
tillerich
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Joined: 15/11/2015

An alle Isokinatoren,

habt Ihr festgestellt, daß sich andere einfache, relative untechnische und funktionale Kraft-tests, z.B. Klimmzüge, Liegestützen usw. im Verlaufe des Isokinator-trainings verbessern?

Dies wäre ja ein unabhängiger, objektiver und vermutlich eindrucksvollerer Beweis für die Wirksamkeit des Gerätes, noch mehr und eindeutiger, als es die Körper-Umfangsmessungen, oder die gestiegene Kg-Zahl auf dem Isokinator selbst demonstrieren könnten.
Mit anderen Worten: es würde von einem messbaren Trainingserfolg in einem womöglich "geschlossenen System" heraus herausführen in die "reale Welt" eines Kraftzuwachses, der "echt", funktional und praktisch ist.

kingjofroe
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Joined: 21/11/2013
Pull-Ups als Ergänzung zum Isokinator Training

Ja, ich mache Isokinator und Calisthenics Traiingseinheiten alternierend. Einfach aus dem Grund, weil mir stures IK-Training auf Dauer viel zu langweilig ist.

Dabei habe ich gemerkt, dass ich zwar Chin-Ups (Handflächen zum Körper zugewandt) problemlos, ca. 10 Stück in sehr langsamer Ausführung und vollem Bewegungsradius schaffe. Allerdings habe ich so meine Mühe mit Pull-Ups (also Handflächen abgewandt), da bei dieser Übung viel mehr Rücken/Schultermuskulatur benötigt wird. Chin-Ups kann man sich mit einem starken Bizeps "ercheaten" - am Bizepstraining fehlt es ja nicht mit dem IK.

Ich finde es sogar sinvoll, Pull-Ups ins Training mit einzubauen, da man eben dadurch die schwächer trainierten Muskelgruppen (Lat und oberer Rücken/Schulter) noch beansprucht.

Aber grundsätzlich ist es ja so, was man nicht trainiert, kann man auch nicht wirklich gut, geschweige denn verbessern.

tillerich
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Joined: 15/11/2015
Gute Idee

Das ist eine prima Idee, finde ich.

Es gibt kein absolutes und perfektes "komplettes" Trainings-system, das für alle Belange und Zwecke / Ziele gleichermaßen gut funktioniert. Das hat mich bei der Isokinator-Werbung / -beschreibung etwas skeptisch gemacht.

Es läßt sich wohl fairer-weise (oder realistischer-weise) feststellen, daß der Isokinator extrem gut geeignet ist, einen "normalen" Menschen von durchschnittlicher (oder unter-durchschnittlicher) Kraft-Fitness auf ein deutlich besseres allgemeines und "runderes" Niveau zu bringen, mit einem fast unschlagbar einfachen, verletzungs-freiem, motivierendem, portablem und insgesamt recht günstigem System. Allerdings, für Profis, die für ihren Sport (oder Body-Building) spezifische Anforderungen haben, ist er wohl nur begrenzt (oder einfach nicht) in der Lage, spezielle Aspekte der Aktivität komplett zu ersetzen, oder voll auszugleichen.

Klimmzüge, wenn vernünftig gemacht, sind ein Super-training für den gesamten Rumpf und Arme / Schultern, und sie könnten kaum "natürlicher" / funktioneller sein, wenn wir an unsere historische Vergangenheit, als wir noch auf Bäumen lebten, denken. Doch auf mehr als 15 oder 20 Klimmzüge zu kommen, wird nur mit regelmäßigem Klimmzugtraining gehen, wohl kaum mit erhöhten Isokinator-Widerständen alleine.

Also, eine Kombination von Isokinator mit ausgewählten anderen Übungen, z.B. Bodyweight training ist prima und wahrscheinlich vernünftig (auch der Abwechslung wegen), und tut dem genialen Konzept des Isokinators ja überhaupt gar keinen Abbruch.

cliff.koelbel
Bild von cliff.koelbel
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Joined: 24/09/2010
Der Aufbaureiz zählt am meisten

Der gesundheitliche Hauptnutzen von Krafttraining ist eigentlich der Reiz im Muskel, dass er sich weiter aufbaut. Nur dadurch werden die Hormone ausgeschüttet, von denen auch die übrigen Organe profitieren. Bei diesem Effekt spiet es folglich keine Rolle, ob Sie 10 oder 30 Klimmzüge schaffen. Dieser Unterschied ist nur eine reine Ausdauerleistung ohne nennenswerte gesundheitliche Vorteile.

Sie müssen dazu kein Profi-Bodybuilder sein. Von diesem Effekt können Sie ab dem allerersten körperlichen Training profitieren. Er wird nicht größer, wenn Sie mehr Muskulatur haben. Es zählt der Weg und nicht das Ziel.

Durch das intensive und kurze Training mit Isokinator wird dieser Aufbaureiz schon sehr schnell erzeugt. Weit schneller als das mit Hantel, Studiogeräten oder Übungen mit dem eigenen Körpergewicht möglich ist. Es ist die konstante Beibehaltung der Kraft über die gesamte Bewegungsstrecke in Kombination mit dem kontrollierten Einsatz von 70% der Maximalkraft. Ist der Aufbaureiz einmal gesetzt, genügt das völlig. Der Effekt wird nicht größer, selbst wenn Sie weitere 2-3 Stunden trainieren würden. Im Gegenteil: Ab 45 Minuten kehrt sich der positive Effekt ins negative. Deswegen ist neben dem Isokinatortraining kein weiteres Training mit anderen Methoden notwendig.

Noch einmal zurück zu Ihren Klimmzügen. Es geht nicht darum, wie viele Klimmzüge Sie schaffen, sondern welches Gewicht Sie zusätzlich zu Ihrem Körpergewicht "erklimmen" können. Die Gesamtzahl der Klimmzüge sollte immer 10 betragen. Steigern Sie Kraft durch zusätzliche Gewichtsscheiben, die Sie sich an den Körper hängen. Immer die Regel beachten: steigere immer nur den Widerstand, nicht die Anzahl der Wiederholungen.

Steigt die Kraft, steigt auch immer die Ausdauer (bzw. Kraftausdauer).

Mit dem Isokinator trainieren Sie auch genau die Muskeln, die Sie beim Klimmzug einsetzen. Nur heißt die Übung eben nicht Klimmzug. Mit Klimmzügen erlernen Sie nur die Kraft koordiniert einzusetzen, um die Muskeln möglichst effektiv die Bewegung durchführen zu lassen. Woher letztendlich die neu gewonnene Kraft der Muskeln kommt, ist dabei egal.

tillerich
Offline
Joined: 15/11/2015
Sinn, Zweck und Ziel

"(...) spielt es folglich keine Rolle, ob Sie 10 oder 30 Klimmzüge schaffen. Dieser Unterschied ist nur eine reine Ausdauerleistung ohne nennenswerte gesundheitliche Vorteile."

Ah, verstehe.

Es könnte sein, daß der Unterschied von 10 oder 30 Klimmzügen von einer Gesundheitsperspektive aus keinen "Sinn" macht, allerdings von einer "Überlebens-perspektive" sehr wohl, z.B. für Kletterer, Soldaten, Feuerwehrmänner oder bei realen persönlichen Notfällen. Wenn nach 10x Hochstemmen Schluß ist, da die Ausdauer fehlt (selbst wenn den 10 Malen noch mehr als das eigene Körpergewicht überwunden werden könnte - was aber unnötig ist), dann reicht das evtl. nicht für jeden oder jede Situation.

Ein Sprinter wird vielleicht bei Mittelstrecken oder 10 Kilometern noch gut mitmachen können, doch wird er/sie vermutlich nicht so ohne weiteres einen Marathon schaffen. Jetzt kann man über den gesundheitlichen Sinn des Marathons debattieren, doch wenn jemand halt einen Marathon laufen will (oder muss), dann wird er/sie wohl oder übel auf Langstrecke trainieren müssen und diese Strecke nicht bloß als eine Verkettung von vielen Kurzstrecken ansehen und dementsprechend bloß Sprints oder Kurzstrecken laufen in der Vorbereitung, oder?
Es ist allerdings interessant, daß Ironmen oft muskulöser erscheinen / sind als reine Marathon-Athleten (oder täusche ich mich da?); nun gut, sie sind dann etwas langsamer für den Lauf, schaffen aber insgesamt offensichtlich deutlich mehr.

Ich will hier keine schwierige Diskussion um ihrer selbst willen (oder um scheinbares "richtig" oder "falsch" zu erörtern). Es ist halt interessant zu hören, wenn für bestimmte Anforderungen halt dann doch sinnvollerweise noch weitere Übungen komplementär zum Isokinator-training dazu passen, und dazu noch etwas Abwechslung bringen, ohne die generelle Effektivität des Isokinators und dem ihm zugrunde liegenden gsundheitlichen oder sport-physiologischen Konzepts zu untergraben.

Musculus
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Joined: 21/12/2013
Krafttraining allgemein

Klar, man braucht realistische Vorstellungen davon, was ein allgemeines, Hypertrophie-orientiertes Krafttraining grundsätzlich zu leisten vermag. Weder durch das Training an Maschinen, mit freien Gewichten oder eben mit dem Isokinator wird man automatisch zum Elite-Kämpfer oder Zehnkampf-Olympiasieger.

Kraftausdauer, "stamina", Gewandheit, Ausdauer, Antrittsvermögen, spezifische Bewegungsabläufe usw. muss man gezielt trainieren, wenn man dafür einen konkreten Bedarf hat. Aber ein allgemeines Krafttraining schafft eine solide Grundlage.

tillerich
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Joined: 15/11/2015
Danke!

Interessant, das.
Langsame Klimmzüge wären vielleicht noch ein besserer "Test".

Allerdings geht es ja hier nicht um Wettbewerb, oder darum, sich bloss mit anderen zu vergleichen.

Auf der anderen Seite sind, meiner Meinung nach, diese Grund-Formen von "Bodyweight"-training auch effektiv, gesund, funktionell - und dazu völlig kostenlos...also gute Alternativen (oder sinnvolle komplementäre Gegenstücke zum Isokinator, der ja vielleicht noch nicht voll perfekt ist - und das auch nicht sein muß).
Liegestützen, Klimmzüge und Kniebeugen zugunsten des Isokinators generell schlecht zu reden wäre ja auch nicht wirklich in Ordnung.

Musculus
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Joined: 21/12/2013
Verbesserung ist feststellbar

Ja, meiner Erfahrung nach kann man so eine messbare Verbesserung der Kraft feststellen: Ich trainiere, was Kraft angeht, ausschließlich mit dem Isokinator. Aber aus reiner Neugier mache ich - in wirklich großen zeitlichen Abständen - auch mal einen einzigen Satz Liegestützen zwischendurch, wobei ich auf ca. 30 Wiederholungen, evtl. auch etwas mehr, komme (bei recht langsamer und sauberer Ausführung).

Das ist meiner Meinung nach, sozusagen aus dem Stand heraus, wenn man sonst (praktisch) nie Liegestützen macht, so übel nicht. Es führt dann aber zu einem leichten Muskelkater, weil die konkrete Belastungsform halt ungewohnt ist.

(Habe die ursprünglich Frage erst heute gelesen).

KarstenPresley
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Joined: 13/09/2013
Hey. Verbessern vielleicht

Hey.

Verbessern vielleicht nicht, aber auch nicht schlechter.

Es sind halt immer andere Abläufe.

Wenn ich 2 Monate die M2a durchführe und mache dann spontan Liegestütze, habe ich zwar Kraft, aber einen ordentlichen Muskelkater, da die Bewegungsbelastung doch etwas anders ist.